Fischabstieg

Abwärts wandernde Fische werden weitgehend mit Hilfe eines ausgeklügelten, zum Teil völlig neu entwickelten Systems an den Turbinen vorbei geleitet.

Am Kraftwerk hält ein Feinrechen mit geringen Öffnungsweiten von 25 Millimetern verlässlich alle größeren Fische vom Weiterschwimmen in Richtung der Turbinen ab. Sie können auf verschiedenen Wegen gefahrlos in das Unterwasser gelangen:

  • Die Oberkante des Rechens ist immer mit 20 cm Wasser überströmt und geht zuerst in eine Abschwemmrinne, dann in ein Rohr über, das direkt in das Unterwasser führt. Das Auffinden des Überfalls über den Rechen wird dadurch erleichtert, dass der Rechen deutlich geneigt (68o) und im oberen Drittel zur Abschwemmrinne hin gewölbt ist.
  • In der Mitte des Rechens als auch sohlnah gibt es über die gesamte Rechenbreite mehrere Einstiegsöffnungen in ein Rohrsystem, das ebenfalls auf direktem Wege in das Unterwasser führt (Bypasssystem).

Dadurch muss an keiner Stelle des 42 Meter langen und 8 Meter hohen Rechens ein vor dem Rechen stehender Fisch weiter als zwei Meter suchen, um eine völlig ungefährdete Abstiegsmöglichkeit in das Unterwasser zu finden.

Darüber hinaus gibt es weitere innovative Maßnahmen zum Fischschutz. Die Rechenreinigungsanlage wird mit einer Sonderanfertigung einer fischfreundlichen, schaufelförmigen Rechenharke versehen, die etwaig am Rechen angedriftete oder verklemmte Fische beim Betrieb abhebt, statt sie abzuscheren oder zu quetschen.

Zum Schutz der kleineren Fische, die die vorgenannten, völlig gefahrlosen Abstiegsmöglichkeiten nicht aufgefunden haben und durch den Rechen auf die Turbinenanlage zugeführt werden, werden die an sich schon fischfreundlichen Kaplan-Rohrturbinen als „minimal gap runner“ eingesetzt. Diese Turbinen, die durch ihre Bauweise das Verletzungsrisiko für Fische minimieren, sind das modernste, was der Turbinenbau augenblicklich in Sachen Fischschutz zu bieten hat.

Neben diesen vorgenannten technischen Vorkehrungen unterstützen folgende standortspezifischen Rahmenbedingungen den Fischschutz:

Bei jedem Betriebszustand des Kraftwerkes verbleibt eine Restwassermenge von mindestens 15 m3/s, die über das Wehr fließt und die bisherige Abwanderungsmöglichkeit aufrechterhält. Mehrere Stunden am Tag steigt diese Wassermenge um diejenige Wassermenge an, die das Kraftwerk auf Grund der wechselnden Unterwasserstände nicht durchsetzen kann (bis zu 60m3/s bei Tidehochwasser). Etwa 6 Monate im Jahr führt der Fluss zusätzlich von Natur aus erheblich mehr Wasser, als vom Kraftwerk entnommen wird, so dass die „über das Wehr abgeführte Restwassermenge“ im Normaljahr bis zum 5-fachen der „Betriebswassermenge“ beträgt.